Viele Flamen scheinen noch immer etwas gegen Menschen zu haben, die sich von der Masse abheben

8 November 2014
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Love it!

Nachdruck eines am 08.11.2014 in der flämischen Tageszeitung De Standaard erschienenen Artikels

Sie ist die Königin der Buchmesse und Flanderns ultimative Küchenfee. Dabei hat sie noch nicht einmal eine Kochshow im Fernsehen. Und wenn sie den Mund aufmacht, macht sie sich in der Regel unbeliebt. „Ich weiß, dass es Sympathien weckt, die eigenen Unvollkommenheiten zu präsentieren, sich selbst durch den Kakao zu ziehen, alles in Grund und Boden zu relativieren. Aber das ist nicht mein Stil.“

Mittwochnachmittag auf der Buchmesse in Antwerpen. Das Publikum besteht vorwiegend aus Schulklassen und ihre Signierstunde ist nicht angekündigt. Die wurde speziell für die Zeitung De Standaard anberaumt, damit wir nicht nur sie, sondern auch ihre Leserschaft treffen können. „Falls nicht so viele Leute auftauchen sollten, ist das keineswegs repräsentativ“, hat ihre PR-Managerin mir versichert. „Am Wochenende werden die Leute hier Schlange stehen, glauben Sie mir.“ Aber auch jetzt sitzt Pascale Naessens noch keine zwei Sekunden am Stand ihres Verlages und schon hat sich aus dem dünnen Besucherrinnsal ein dicker Strom Fans herausgeschält. Mütter mit Töchtern, die vereint gegen die Pfunde ankämpfen. Eine junge Frau, die heftig errötend erzählt, „dass ihr Mann immer will, dass sie etwas von Pascale Naessens kocht“. Kinder beim Schulausflug, die wissen, dass ihre Mütter Pascales Bücher lieben. Naessens lässt sich für Selfies ablichten, fragt die Leute, wie ihnen ihre Art zu kochen gefällt. Nur dem jungen Teenager, der möchte, dass sie seinen Arm signiert, erteilt sie eine Abfuhr. „Ich bin keine Prominente“, so Naessens. Aber eine gekritzelte Unterschrift auf einem Flyer ihrer Geschirrkollektion kann er haben. Sie ist durchaus Geschäftsfrau, unverkennbar.

Niemals Kalorien zählen
Eine Woche zuvor hatte Pascale Naessens die Kartoffelindustrie und den Dachverband der Landwirte gegen sich in Aufruhr gebracht, weil sie auf ihrer Homepage öffentlich dazu aufrief, in Restaurants statt Kartoffeln Gemüse zu verlangen. „Es ärgert mich sehr, dass noch immer so viele Restaurants kein Gemüse servieren, sondern lediglich Fisch oder Fleisch mit Sauce und Kartoffeln“, schrieb sie. „Das ist längst überholt. Wir haben ein Recht auf Gemüse, und ganz besonders in Restaurants. Wir bezahlen dafür, schmackhaftes aber auch gesundes Essen serviert zu bekommen.“

* Der oben stehende Text ist lediglich ein Auszug. Den vollständigen Artikel (Niederländisch) finden Sie nachstehend als herunterladbare PDF.

'Während meiner Zeit als Model stolperte ich von einem Extrem ins Andere. In Paris ernährte ich mich von einer Handvoll Nüsse pro Tag, in Mailand kannte ich jede Panini-Bude der Stadt.'