Verliebt in Lanzarote

22 April 2016
Love it!

Nachdruck eines am 20.04.2016 in der in der Zeitschrift „Feeling GOLD“ erschienenen Artikels

Als Pascale und Paul vor rund zehn Jahren zum ersten Mal Lanzarote besuchten, fanden sie die Insel gewöhnungsbedürftig. Doch mittlerweile haben Sie an diese Kanareninsel ihr Herz verloren.

Nur hier und da war die vulkanische Landschaft von kleinen, quadratischen, weiß getünchten Häusern gesprenkelt. Das fiel uns als Erstes auf, als wir aus dem Fenster unserer Boeing 737 nach unten blickten. Unsere erste Begegnung mit der kanarischen Insel Lanzarote liegt heute ungefähr zehn Jahre zurück. Pascale und ich suchten ein Reiseziel, dessen Haupteigenschaft Unberührtheit war, das nicht zu weit weg lag, keinen Massentourismus aber dafür ein angenehmes Klima und freundliche Einheimische hatte. Wir wollten der Hektik des Alltags entfliehen, gesunde Luft atmen und uns inspirieren lassen, um anschließend mit neu gestärkter Kreativität zurückzukehren. Naturschönheit war uns ebenfalls wichtig, aber bitte ohne Jetlag. All das fanden wir auf Lanzarote. Seit jenem ersten Blick durch das Flugzeugfenster wurde diese Insel eines unserer festen Reiseziele. Jedoch ganz wie bei einer unnahbaren Geliebten, mussten wir das Eiland erst gründlich kennen lernen, um es wirklich schätzen zu können.

Schön geblieben dank Manrique

Lanzarote ist eine der sieben kanarischen Inseln, über die die Einheimischen sagen: „Sieben Inseln, sieben Welten“. Teneriffa ist die größte Insel und am touristischsten von den Sieben, dicht gefolgt von ihrem kleineren Bruder Gran Canaria. La Gomera ist am grünsten und El Hierro, die kleinste Insel, ist am dünnsten besiedelt. Fuerteventura ist für seine endlosen Sandstrände und Massenhotels bekannt und Lanzarote für seine Schrulligkeit.

César Manrique, der bekannteste Künstler von Lanzarote (siehe Kasten), hat sich sein ganzes Leben lang dafür eingesetzt, die Insel vor dem Massentourismus zu bewahren. Seine Anstrengungen haben Früchte getragen, auch wenn er dem Ansturm nicht komplett Einhalt gebieten konnte. So wurde in der Hauptstadt Arrecife trotz heftiger Proteste ein mehrstöckiger Hotelturm errichtet. Zwar setzten Aktivisten den Rohbau in Brand, doch wurde das Hotel saniert, zu Ende gebaut und dominiert heute die Ostküste der Insel. Auch an der Küstenpromenade in Puerto del Carmen, der lanzarotischen Gemeinde mit den meisten Touristen, erweisen die Lokalpolitiker dem Andenken Manriques wenig Ehre. Der Boulevard entlang der Küste ist eine Aneinanderreihung von Souvenirläden mit Billigwaren aus China, Nullachtfünfzehn-Restaurants, Vergnügungsparks und Diskotheken. Man sollte den Ort meiden und sich lieber auf die Suche nach dem wahren Lanzarote machen.

 

* Der oben stehende Text ist lediglich ein Auszug. Den vollständigen Artikel (Niederländisch) finden Sie nachstehend als herunterladbare PDF.

„Die organische Architektur von César Manrique bildet eine harmonische Einheit mit der bizarren Natur Lanzarotes.“