Quellen für gesunde Kohlenhydrate

2 Juni 2014
Love it!

Ich kenne sehr viele Leute, die sich in den Fallstricken der schnellen Kohlenhydrate verfangen haben. Für diese Menschen gibt es nur eine Lösung: Kohlenhydrate reduzieren.

Kohlenhydratlieferanten sind Stärke und Zucker. Unter „schnellen“ Kohlenhydraten verstehe ich sämtliche industriell hergestellten Produkte auf Stärkebasis, aber z. B. auch Brot, Kartoffeln, Reis und Nudeln. Beim Weg dieser Nahrungsmittel durch den Verdauungstrakt werden diese Kohlenhydrate ungünstigerweise in große Mengen Zucker umgewandelt, die in den Blutzuckerspiegel und die Insulinproduktion in die Höhe schnellen lassen. Das ist ausgesprochen ungesund und laut zahlreicher Wissenschaftler die Ursache für Übergewicht und Diabetes Typ 2.

Der Widerspruch in unserer westlichen Ernährung
In den westlichen Ländern versteht man unter Grundnahrungsmitteln vor allem „Getreide und Kartoffeln“. Wir sollten uns eingestehen, dass die Art und Weise, wie wir mit diesen Lebensmitteln umgehen, problematisch ist. Kritisch sind hier besonders die Menge, die Verarbeitung und die Zubereitung, sowohl am heimischen Herd als auch und vor allem in der Lebensmittelindustrie. Wir sind es gewöhnt, diese Zutaten in einer für uns ungesunden Weise zuzubereiten und sie mit den falschen Lebensmitteln zu kombinieren, damit meine ich: ohne Gemüse. Dadurch wirken sie besonders süchtig machend. In den westlichen Gesellschaften ist Übergewicht ein wachsendes Problem, wobei die Belgier Spitzenreiter sind mit den (im Durchschnitt) dicksten Einwohnern Europas.*

Betrachte ich die westliche Ernährungsweise, frage ich mich: Wo sind die Ballaststoffe, die Vitamine, die Spurenelemente, wo ist das Gemüse? Wo sind die gesunden Kohlenhydrate? Wo ist das Gefühl, satt zu sein?

Setzen Sie bei Kohlenhydraten auf hochwertigere Lieferanten
Ich ersetze Kartoffeln, Brot, Nudeln und Reis in erster Linie durch Obst und Gemüse.

Welchen Vorteil das hat?

  • Obst und Gemüse enthalten weniger Kohlenhydrate. Und abgesehen davon enthalten sie auch keine schnellen Kohlenhydrate.
  • Man isst viel mehr Ballaststoffe, Vitamine, Spurenelemente und andere wirkungsvolle Antioxidantien und Phyto-Nährstoffe (auch: sekundäre Pflanzenstoffe), die uns vor einer Reihe von Krankheiten schützen.
  • Es gibt für unsere Gesundheit nichts Besseres als Gemüse und pflanzliche Lebensmittel.
  • Obst und Gemüse sorgen für einen Säure-Basen-Ausgleich im Körper.
  • Obst und Gemüse haben keinerlei süchtig machende Wirkung, sie sind 100 Prozent natürlich und unbearbeitet.
  • Sie wirken anregend auf eine gesunde Darmflora.

Wenn ich dann doch einmal Kohlenhydrate in einer Mahlzeit verarbeiten möchte, bevorzuge ich:

  • Pseudogetreide, wie z. B. Buchweizen und Quinoa (zählen nicht zu den Getreidesorten)
  • Hülsenfrüchte, wie z. B. Kichererbsen, Linsen und Bohnen
  • Wilder Reis und Vollkornreis
  • zarte Haferflocken

All diese Lebensmittel sind viel gesündere Kohlenhydratlieferanten, weil sie:

  • nicht raffiniert sind und kaum verarbeitet, veredelt und manipuliert wurden,
  • ·mehr Ballaststoffe enthalten und dadurch den Zucker über einen längeren Zeitraum abgeben, wodurch der Blutzuckerspiegel nicht sprungartig in die Höhe schnellt,
  • Ballaststoffe liefern, welche die Darmflora unterstützen,
  • sättigender wirken,
  • höhere Konzentrationen von Vitaminen, Spurenelementen und Aminosäuren enthalten,
  • glutenfrei sind,
  • eine gesunde Zubereitungsweise ermöglichen.
  • Der letzte Punkt ist womöglich das wichtigste Argument.

 

Die mit Kohlenhydraten verbundenen Probleme beziehen sich also auf:

  1. Gluten 
    Wer unter einer Glutenunverträglichkeit leidet, sollte bei seinem Speiseplan auf glutenfreie Kohlenhydrate achten. Die meisten Getreidearten und ihre Verwandten fallen in diese Kategorie.
     
  2. Menge
    Das Problem ist, dass unser Körper nur eine begrenzte Menge an Kohlenhydraten speichern kann (ungefähr 150 Gramm in den Muskeln und 100 Gramm in der Leber). Wer mehr Kohlenhydrate aufnimmt, als er verbraucht oder speichern kann, nimmt zu, weil die überschüssigen Kohlenhydrate in Fett umgewandelt werden.
     
  3. Geschwindigkeit
    Es empfiehlt sich, nur solche Kohlenhydratlieferanten zu essen, die nur langsam in Zucker umgewandelt werden. Das sind häufig Lebensmittel mit einem hohen Ballaststoffanteil.
     
  4. Suchtfaktor
    Machen Sie sich klar, dass schnelle Kohlenhydrate als Belohnung funktionieren, die, man kann es ruhig so nennen, süchtig macht. Ich selbst war auch süchtig nach schnellen Kohlenhydraten und wenn ich mich in einem Restaurant umsehe, erkenne ich bei vielen Leuten dasselbe Suchtverhalten. Es springt mir sofort ins Auge. Der einzige Weg ist in solch einem Fall: „Keine schnellen Kohlenhydrate mehr essen.“
     

 *Information der Weltgesundheitsorganisation WHO