Pascale Naessens - Niemand moet mijn rekening maken

Niemand braucht mir die Arbeit abzunehmen

24 Mai 2014
Love it!

Nachdruck eines am 24.05.2014 in der flämischen Tageszeitung De Tijd erschienenen Artikels

Nicht Piet Huysentruyt, nicht Jeroen Meus, nein,  Pascale Naessens ist die Kochbuchautorin mit den meisten verkauften Büchern. Und diese Woche fielen ihrem Charme auch die Chinesen zum Opfer. Das ist die Geschäftsstrategie von Belgiens „purster“ Küchenchefin.

Pascale Naessens (45) fällt auf. Sie ist umwerfend schön, nicht auf den Mund gefallen und auch noch intelligent. Dennoch blieb sie in der Vergangenheit meist im Schatten ihres Mannes, des Fernsehproduzenten Paul Jambers. Diese Zeiten sind definitiv vorbei. Es wird nicht mehr lange dauern bis die Leute fragen werden: „Paul ... wie war gleich der Name? Meinen Sie etwa Herrn Naessens?“ Fünf Jahre nach der Herausgabe ihres ersten Kochbuchs steht Pascale Naessens mit allen fünf Büchern bei den Sachbüchern in den Top 10. Ihre Werke verkaufen sich derzeit viermal so gut wie die der Nummer zwei, Jeroen Meus. Am Mittwoch gewann sie in Peking den renommierten Gourmand Award für die beste  Kochbuchreihe. Und von ihrer Serviceline „Pure“ gingen bereits 600 000 Teller, Schalen und Auflaufformen über die Ladentheke.

Das Tempo ist hoch. Kocht bei Ihnen nicht der Topf über?

Pascale Naessens: „Es ist viel los. Eigentlich würde ich mich am liebsten ein paar Wochen in mein Atelier zurückziehen und töpfern. Vorher muss allerdings die Deadline für mein nächstes Kochbuch geschafft werden, das  im September erscheint. Der Boden meines Arbeitszimmers ist übersät mit Papieren. Dennoch wollte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, meine Arbeit in China vorstellen zu können.“

Ihr Werdegang ist eher ungewöhnlich: vom Model zur Fernsehmoderatorin zur Geschäftsfrau.
Naessens: „Ich stamme aus einer Familie von Selbstständigen  und Kleinunternehmern. Meine Eltern führten einen Getränkegroßhandel und sie hatten sich vorgestellt, dass ich das Geschäft zusammen mit meinem Bruder übernehmen würde. Deshalb habe ich Wirtschaftswissenschaften studiert und einen Aufbaustudiengang Betriebswirtschaft und Buchhaltung absolviert. Aber als ich achtzehn war, wollte ich die Welt sehen. Die Arbeit als Fotomodel war mein Ticket zur Freiheit. Ich habe in Mailand, Paris, Madrid und Hongkong gelebt. Dort habe ich Dinge gelernt, die man an keiner Universität der Welt lernen kann. Ich habe aus dem Fach alles herausgeholt, was mir möglich war, bis zur Weltspitze hat es nicht gereicht. Meine Rückkehr nach Belgien fiel in die Zeit, als der belgische Fernsehsender VTM gerade eine neue Nachrichtensprecherin suchte. Das habe ich dann zehn Jahre lang gemacht. Ich hatte keinen Plan. Aber wenn ich aus heutiger Perspektive auf das zurückblicke, was ich bis jetzt getan habe, sehe ich durchaus einen roten Faden. Ich habe immer Vertrauen in meine Intuition gehabt. Wenn man sich konsequent für Dinge entscheidet, die man gerne tut, dann wird sich der Rest schon fügen.“

Wie weit reichen Ihre Ambitionen?
Naessens: „Mich lockt das Ausland. Meine Kollektion an Tafelgeschirr zeigt mir, dass das möglich ist. Meine Serviceline verkauft sich im Ausland sehr gut und dort kennt mich ja niemand. Für den Anfang möchte ich den Verkauf meiner Kochbücher in den Niederlanden etwas ankurbeln. Dort liegen sie bereits in den Buchhandlungen. Darüber hinaus loten wir die Möglichkeiten für meine Kochbücher in den Ländern aus, in denen sich mein Geschirr gut verkauft. Die beiden Standbeine beeinflussen einander positiv.

Ob China wirklich ein zukünftiger Markt für mich wird, bezweifele ich noch. Es  ist sehr schwierig dort gute Geschäfte zu machen. Wenn man nicht aufpasst, ist man der Gelackmeierte. Aber außer mit chinesischen Verlagen haben wir in Peking auch mit italienischen und deutschen Verlagen gesprochen. Und sogar mit französischen, obwohl man der Ansicht sein könnte, dass die Franzosen wirklich nicht auf die Kochlektionen einer ,kleinen Belgierin‘ warten.“

*Der oben stehende Text ist lediglich ein Auszug. Den vollständigen Artikel (Niederländisch) finden Sie nachstehend als herunterladbare PDF.

'Ich war nie nur ,die Frau von...‘. Das wäre mir längst nicht genug.'

Pascale Naessens - Niemand moet mijn rekening maken