Immer für Qualität entscheiden und auf den glykämischen Index achten

20 Juli 2016
Love it!

Nachdruck eines am 20.07.2016 in der in der Zeitschrift „Feeling“ erschienenen Artikels

Für ihr neues Buch reiste Pascale Naessens nach Boston, wo sie drei der renommiertesten Ernährungswissenschaftler der Welt interviewte. Der Zweite in der Reihe: Walter Willett, der Professor, auf den der Begriff „glykämischer Index“ zurückgeht.

Wie alle Besucher der Harvard University reibe ich kurz über den Zeh des Standbildes von John Harvard, dem Mitbegründer der Universität. Deshalb glänzt der Schuh so schön. Ich bin hier, um Walter Willett zu interviewen, einen der am häufigsten zitierten und einflussreichsten Ernährungswissenschaftler der Welt. Ein Treffen mit ihm zu vereinbaren, war keine leichte Aufgabe. Es stand sogar kurz auf der Kippe: Man sagte mir nur eine halbe Stunde zu und es passte uns beiden nur ein einziger Termin. Schlussendlich bin ich zu seinem Privathaus in Cambridge gefahren, wo wir ein anderthalbstündiges Gespräch hatten. Danach entschuldigte er sich, weil er den Abflug zu einem internationalen Kongress nicht verpassen durfte.

Die Ernährungspyramide ist überholt

Der ergraute Professor ist mit seinem beachtlichen Schnurrbart eine eindrucksvolle Erscheinung, doch dank seiner freundlichen Stimme und humorvollen Augen ist er durchaus zugänglich. Prof. Willett ist nicht mehr der Jüngste und hat folglich die vielen Wandlungen in der Ernährungswissenschaft miterlebt. Vor allem in den letzten zehn Jahren hat sich viel verändert, auch durch seinen Einfluss. Er ist einer der führendsten Wissenschaftler seiner Zeit.

Heutzutage interessiert sich alle Welt für Ernährung, was aber hat vor vierzig Jahren einen jungen Mann auf dieses Thema gebracht?
Walter Willett: „Meine Eltern waren Bauern im Bundesstaat Michigan, der landwirtschaftliche Betrieb dort ist übrigens immer noch im Familienbesitz. Ich war damals Mitglied im ,4-H-Club’ (Head, Heart, Hands and Health), ein Jugendclub, der sich vor allem an die Kinder von bäuerlichen Familien richtete. Man konnte zwischen ,Viehzüchter’ und ,Ackerbauer’ wählen und ich entschied mich für Letzteres. In der Schule habe ich naturwissenschaftliche Fächer belegt. Als ich später Medizin studierte, konzentrierten sich meine Projekte auf das Thema Ernährung. Nachdem ich mein Studium abgeschlossen hatte, lebte ich drei Jahre in Tansania, wo mein Aufgabenfeld die auf die Ernährung zurückzuführenden Gesundheitsprobleme der Bevölkerung waren. Wieder zurück in den Vereinigten Staaten, beschloss ich, mich noch intensiver mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen und darüber zu promovieren. Dabei wurde mir klar, dass echte wissenschaftliche Erkenntnisse zur Ernährung nur durch Langzeitstudien erbracht werden konnten. Damals lagen in der Hauptsache Kurzzeitstudien vor, die meistens an Versuchstieren oder im Reagenzglas durchgeführt worden waren. Sie gaben zwar Hinweise, boten aber keine umfassende Aussage darüber, welche langfristigen Wirkungen bestimmte Ernährungsgewohnheiten auf den menschlichen Körper haben würden.“

* Der oben stehende Text ist lediglich ein Auszug. Den vollständigen Artikel (Niederländisch) finden Sie nachstehend als herunterladbare PDF.

„Ich rate von Light-Produkten ab, denn bei diesen wird Fett durch Zucker ersetzt.“