Gut fürs Herz, prima für die Figur

24 August 2016
Love it!

Nachdruck eines am 24.08.2016 in der in der Zeitschrift „Feeling“ erschienenen Artikels

Für ihr neues Buch „Puur Pascale“. Ihr neues Buch brachte Pascale Naessens nach Boston, wo sie drei der renommiertesten Ernährungswissenschaftler der Welt interviewte. Der Letzte in der Reihe: Ernährungsfachmann und Kardiologe Dariush Mozaffarian.

Es war der niederländische Professor Hanno Pijl, der mich auf einen anderen Professor mit interessantem Namen aufmerksam machte: auf den Amerikaner Dariush Mozaffarian. „Er ist der einflussreichste Ernährungsexperte der Gegenwart“, so Professor Pijl. Mehr brauchte es für mich nicht, um meine Neugier zu wecken. Ich fing an, mich intensiver mit seinen Studienergebnissen und seiner wissenschaftlichen Arbeit zu beschäftigen. Dabei gefiel mir vor allem sein Ton, sein nuancierter Standpunkt zum Thema Ernährung in der heutigen Zeit. Ganz besonders horchte ich auf, als ich in einer seiner wissenschaftlichen Studien las, dass „die Kombination von Eiweißen mit (schnellen) Kohlenhydraten“ nicht zu empfehlen sein, weil diese dick mache. Davon war ich persönlich schon lange überzeugt, weil ich es am eigenen Leibe erlebt hatte, aber zum ersten Mal wurde über diese These auch eine ausführliche wissenschaftliche Untersuchung veröffentlicht. Zu meiner großen Überraschung willigte dieser Professor mit seinen eindrucksvollen Meriten ein, mir ein Interview zu geben. Also flogen wir nach Boston.

Was bringt einen Facharzt wie Sie dazu, sich mit dem Thema Ernährung zu beschäftigen?
Dariush Mozaffarian: „Während meines Studiums zum Arzt und Kardiologen merkte ich bald, dass das größte Problem bei meinen Patienten die ,Diät’ war, also ihre Essgewohnheiten. Ich interessierte mich für Adipositas, Diabetes und Herzerkrankungen und bei allen dreien war die Ernährung der entscheidende Faktor. Doch seitens der Wissenschaft, so musste ich feststellen, erfolgten in dieser Richtung keinerlei Ernährungsempfehlungen. Das war für mich ein Schock. Ich habe Medizin studiert, mich ständig weitergebildet und trotzdem nichts über die wichtigste Ursache für die Gesundheitsprobleme meiner Patienten gelernt, nämlich ihre Ernährung. Also habe ich angefangen, mich selbst in das Thema zu vertiefen, um meinen Patienten helfen zu können. Schon bald wurde mir klar, dass der Stand der Wissenschaft zum damaligen Zeitpunkt (in den 1990er Jahren) nicht mit den allgemeinen Ernährungsempfehlungen und der vorherrschenden, konventionellen Ernährungslehre übereinstimmte. Damals befanden wir uns mitten in der Phase des Irrglaubens, dass ,wenig Fett = wenig Cholesterin’ bedeutet. Obwohl auch zu jener Zeit schon genügend Beweise dafür vorlagen, dass ,wenig Fette und Öle essen’ nicht der goldene Weg zur Prävention von Krankheiten war. Es gab zwei Hauptpunkte, die mich enorm ärgerten: dass die Gesundheitsempfehlungen nicht aus dem Gesundheitssystem selbst kamen und dass die offiziellen Ernährungsrichtlinien nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprachen. Dadurch wurde mir klar, dass auf diesem Gebiet noch entsetzlich viel Arbeit vor uns lag.“

 

* Der oben stehende Text ist lediglich ein Auszug. Den vollständigen Artikel (Niederländisch) finden Sie nachstehend als herunterladbare PDF.

„Wer zu viel Obst isst, wird ganz bestimmt nicht dick und bekommt auch weder Diabetes noch einen Schlaganfall.“