Einfache Lebensmittel-kombinationen

1 Juni 2014
Love it!

Je einfacher die Mahlzeit, desto einfacher für unsere Verdauung.

Grundregel = Keine Kohlenhydrate mit Eiweiß kombinieren

  • Konzentriertes Eiweiß: Fleisch, Fisch, Käse, Soja, Quorn, Seitan usw.
  • Konzentrierte Kohlenhydrate: Quinoa, Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Kartoffeln*, Brot*, Nudeln*, Reis*, Getreide*

*Bei diesen handelt es sich um schnelle Kohlenhydrate, die esse ich selten, weil sie sehr schnell in Zucker umgewandelt werden und den Blutzuckerspiegel in die Höhe jagen. Man sollte sie als „Comfort Food“ betrachten.

Das Prinzip der einfachen Lebensmittelkombinationen ist so wirkungsvoll, dass es wirklich das Leben komplett verändern kann.
Wir sind die einzigen Lebewesen auf dieser Erde, die echte „Allesfresser“ sind. Wir essen nicht nur alles durcheinander, sondern auch noch in großer Menge. Für unser Verdauungssystem ist das sehr belastend, denn der Stoffwechsel wird dadurch dermaßen verlangsamt, dass Speisen im Magen und Darm Fäulnisprozesse verursachen, bevor sie richtig verdaut werden können – und das führt zu den bekannten Blähungen und Bauchweh.

Einfache Lebensmittelkombinationen

  • Fisch + Gemüse (Eiweiß + Gemüse)     
  • Fleisch + Gemüse (Eiweiß + Gemüse)                                                                                   
  • Käse + Gemüse (Eiweiß + Gemüse)                                                               
  • Kartoffeln + Gemüse (Kohlenhydrate + Gemüse)

Jede Lebensmittelgruppe benötigt zu ihrer Verstoffwechselung spezielle Enzyme. Darüber hinaus benötigt Eiweiß im Magen zur Verstoffwechselung ein saures Milieu, wohingegen der Abbau von Stärke mit dem Enzym Alpha-Amylase aus dem Speichel beginnt, das nur in einer basischen Umgebung funktioniert. Treffen diese beiden aufeinander (Säure auf Base), neutralisieren sie sich gegenseitig. Die Verstoffwechselung von Kohlenhydraten wird durch die Magensäure behindert und die Eiweiße können wegen des basischen Speichelmilieus nicht verdaut werden.

Wer sich an die Vorgaben der einfachen Lebensmittelkombinationen hält, wird unmittelbar spüren, wie gut das tut:

  • kein Völlegefühl
  • kein überlasteter Magen
  • keine Blähungen im Darmtrakt
  • keine Müdigkeitsattacke
  • Man fühlt sich fitter und hat mehr Energie, weil der Körper sich nicht mit einer komplizierten Verdauung herumschlagen muss und weil man seiner Nahrung mehr Nährstoffe entziehen kann und alles schneller verdaut werden kann (Man ist nicht, was man isst, sondern was man verdaut)
  • überflüssige Pfunde schmelzen dahin
  • die Haut wird strahlend schön
  • es stimuliert eine gesunde Darmflora

Meine Rezepte berücksichtigen durchweg das Gebot einfacher Lebensmittelkombinationen. Probieren Sie es einmal selbst aus, Sie werden den Effekt unmittelbar erleben können.

Wie ist es mit Obst?
Obst gibt es bei mir zum Frühstück.

Meine beste Entscheidung aller Zeiten war, die morgendliche Brotmahlzeit durch Obst zu ersetzen. Dadurch bekomme ich unter anderem einen ganzen Schwung an Vitaminen, Spurenelementen, Antioxidantien, sekundären Pflanzenstoffen und Wasser. Wer sich in wissenschaftliche Artikel über gesunde Ernährung vertieft, stößt ganz häufig auf die Empfehlung: „Essen Sie mehr Obst und Gemüse.“ Bis jetzt habe ich noch nirgendwo gelesen: „Essen Sie mehr Brot“ – im Gegenteil! Getreideprodukte geraten immer mehr ins Zentrum der Kritik und es werden eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Studien und Büchern veröffentlicht, in denen die zentrale Rolle des Getreides in unserer Ernährung als sehr problematisch darstellen.

Die Ergebnisse einer britischen Studie mit 65 226 Männern und Frauen belegen eindeutig: Je mehr Obst und Gemüse man isst, desto geringer die Sterbewahrscheinlichkeit, unabhängig von Erkrankungen und Alter. Wer täglich sieben oder mehr Portionen Obst und Gemüse isst, kann seine Sterbewahrscheinlichkeit um 42 Prozent verringern. So lässt sich beispielsweise das Risiko einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden oder an Krebs zu erkranken reduzieren. Allerdings fügt der Leiter der Studie, Dr. Oyebode*, hinzu, dass „Kartoffeln“ hiervon ausgenommen sind, weil sie in erster Linie Kohlenhydrate liefern. Obst und Gemüse enthalten Mikronährstoffe und Ballaststoffe und genau die sind es, die so wichtig für unsere Gesundheit sind.

Nicht übertreiben
Nichts im Leben ist nur Schwarz oder Weiß, unsere Ernährung ganz bestimmt nicht. Für mich geht es jeden Tag aufs Neue darum, mich mit den richtigen Lebensmittelkombinationen gesund zu ernähren und das verlangt mir keinerlei Anstrengungen ab. Stärker noch: Ich möchte nichts Anderes mehr. Das will aber nicht heißen, dass nicht auch ich dann und wann mit Genuss ein Dessert oder eine falsche Lebensmittelkombination verspeise. Denken sie immer daran: Meine Ernährungsweise hat nichts Fanatisches und bietet Freiraum zum Experimentieren. Die Grundnahrungsmittel, natürliche Lebensmittel, die meinen Körper mit Energie versorgen, nehmen dabei 70 bis 80 Prozent ein. In diese Kategorie gehören Obst, Gemüse, Nüsse, Eier, Fisch, Fleisch usw. Der Rest (20 bis 30 Prozent) besteht aus „Comfort Food“, beispielsweise einem Dessert, Schokolade oder Chips. In diese zweite Kategorie fallen bei mir allerdings auch Kartoffeln und Brot.

Worauf basieren meine Lebensmittelkombinationen?
Als die Urväter dieser Lehre gelten die amerikanischen Ärzte William Howard Hay und Herbert M. Shelton. Beide hatten Probleme mit ihrer Verdauung und suchten nach einer für den Körper möglichst schonenden Ernährungsweise. Diese wurde von Ernährungsfachleuten auf der ganzen Welt begeistert aufgegriffen führte bei deren Patienten zu positiven Ergebnissen. Mittlerweile wird diese Ernährungslehre in vielen populären Gesundheitsbüchern propagiert.
 Ein Meilenstein auf diesem Gebiet war das Buch „Fit fürs Leben“ von Harvey & Marilyn Diamond. Jahrelang führte es weltweit die Spitze der Bestsellerlisten an. In Deutschland erhielt diese Ernährungsweise die Bezeichnung „Trennkost“. Die derzeit meist gefragten und äußerst hübschen „Foodies“ Jasmine Hemsley und Melissa Hemsley aus London achten ebenfalls auf Lebensmittelkombinationen. Und auch die bekannte amerikanische Ernährungsspezialistin Kimberley Snyder inspiriert eine ganze Reihe amerikanischer Prominenter mit ihren gesunden Kombinationen.

Manche Schulmediziner messen den Lebensmittelkombinationen wenig Wert bei und stehen auf dem Standpunkt, dass wir als „Allesfresser“ auch alles (gleichzeitig) sollten verdauen können.

Aber wären diese Diäten und Ernährungsweisen so beliebt, wenn es nicht Menschen gäbe, denen es dadurch besser geht? Warum haben sie schon so lange eine große Anhängerschaft, wenn sie nur Schall und Rauch sind?

Ich finde, statt solche Ernährungstheorien als Unsinn abzutun, würde es einen überzeugenderen Beweis von Sachkunde abgeben, wenn man sich Fragen stellen würde, wie z. B.:

Warum fühlen sich Leute mit dieser Ernährungsweise besser?
Warum gibt diese Ernährungsweise mehr Energie und Vitalität?
Wie gelingt es ihnen, diesen Ernährungsstil durchzuhalten?
Warum führt er zur Gewichtsabnahme bei so vielen Leuten?
Warum macht er glücklicher und zufriedener?
Warum gibt er so viele Menschen, die unter Chronischem Erschöpfungssyndrom (CFS) leiden, viel mehr Kraft und Energie?
Warum haben Leute mit Verdauungsproblemen durch diese Ernährung plötzlich viel weniger Beschwerden?

Könnte es nicht sein, dass der Widerstand gegen die Bezeichnung „Lebensmittelkombinationen“ daher rührt, dass sie nicht auf dem Mist der Ernährungsexperten gewachsen ist? Dieser letzte Gedanke entstammt einem außergewöhnlich interessanten Artikel über „Superfoods“ von Prof. Dr. Frits Muskiet. Der Artikel war unter dem Titel „Superfoods“ veröffentlicht worden, ein Begriff, der nicht von der Ernährungsfachwelt geprägt wurde und deshalb auf viel Kritik stieß.

Nachfolgend finden Sie einige Erfahrungsberichte von Menschen, die sich an die „einfachen Lebensmittelkombinationen“ halten.

 

* Dr Oyinlola Oyebode, Department of Epidemiology and Public Health, UCL