Brot ist kein Grundnahrungsmittel

13 Februar 2016
Love it!

Nachdruck eines am 13.02.2016 in der flämischen Tageszeitung De Standaard erschienenen Artikels

Einst bildeten Brot und Kartoffeln die Grundlage jeder Mahlzeit, doch diese Zeiten sind schon lange vorbei. Nahrhaftes ist heutzutage in vielerlei Formen erhältlich und selbiges gilt für das Wissen darüber. Für Pascale Naessens ist das ein täglich empfundener Segen.

Wer kein Brot esse, müsse eine Jodunterversorgung befürchten, lese ich in der belgischen Tageszeitung De Standaard (vom 12. Februar). Der Verfasser des Artikels gründet seine Aussage auf die Lehren von Robin Peeters, Professor für Innere Medizin an der medizinischen Fakultät der Erasmus-Universität in Rotterdam. Peeters empfiehlt, mehr Brot zu essen. Sein Aufruf ist eine Reaktion auf den in den Diät- und Ernährungsratgebern der vergangenen Jahre verbreiteten und von vielen Lesern befolgten Rat, Brot besser zu vermeiden.

Als Prävention für Jodmangel in der Bevölkerung wird in Belgien wird allem Brot schon seit einigen Jahren standardmäßig mit Jod angereichertes, sogenanntes „Bäckersalz“ hinzugefügt. Was die Frage aufwirft: Wenn ich einem Snickers Jod hinzufüge, wird das Snickers dadurch gesünder?

Alles Gute kommt aus dem Meer

Wer der Allgmeinheit den Rat gibt, mehr Brot zu essen, um einen Jodmangel zu vermeiden, fördert nicht nur die Abhängigkeit von der Lebensmittelindustrie, er hält die Menschen vor allem auch dumm. Denn Jod ist kein natürlicher Bestandteil von Brot. Sehr viel besser wäre es, die Bevölkerung über die mit einem Jodmangel verbundenen Risiken aufzuklären und sie über natürliche Jodquellen zu informieren. Alles, was aus dem Meer kommt und in Meeresnähe wächst, enthält natürliches Jod: Fisch, Schalentiere, Algen sowie Salzpflanzen, wie z. B. Strandflieder und Queller. Solche natürlichen und gesunden Nahrungsmittel haben in der Evolution des Menschen eine wichtige Rolle gespielt, insbesondere in der Entwicklung unseres hoch differenzierten Gehirns. Dieses Thema behandele ich in meinem jüngsten Buch.

Ich lese, dass Robin Peeters sich Sorgen darüber macht, dass all die jungen Mädchen heutzutage statt Brot Haferflocken und Obst essen. Glaubt er denn wirklich, dass diese Mädchen nachmittags Bratwurst mit Pommes essen? Nein, sie essen Salate mit Algen und trinken Smoothies mit Spirulina. Morgen veranstalte ich ein Fest für meine Freunde: Die Oliventapenade enthält Nori (Purpurtang) und Arame (braune Meeresalgen), in der Vorspeise sind Krabben und im Hauptgericht ist Kabeljau verarbeitet. Ich kann den Professor beruhigen: Meine Jodwerte sind exzellent und das gänzlich ohne belegte Brote. Auch mein Arzt freut sich immer wieder über meine hervorragenden Blutwerte, die ich all dem Gemüse und Obst zu verdanken habe, die ich statt Butterbroten esse. Vielleicht passt dieser Hinweis hier nicht hin, aber seitdem ich kein Brot mehr esse, habe ich auch kein Problem mehr mit Verstopfung. Und ich brauche Ihnen nicht zu sagen, dass ein täglicher Toilettengang sehr zum Glück eines Menschen beitragen kann.

 

* Der oben stehende Text ist lediglich ein Auszug. Den vollständigen Artikel (Niederländisch) finden Sie nachstehend als herunterladbare PDF.

„Alles, was aus dem Meer kommt und in Meeresnähe wächst, enthält natürliches Jod: Fisch, Schalentiere, Algen sowie Salzpflanzen, wie z. B. Strandflieder und Queller.“